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Die Eröffnung des Fachgeschäftes fiel in eine Zeit, in der an eine Comic-Landschaft, wie wir sie heute kennen, nicht zu denken war. Neben einem großen Lager antiquarischen Comic-Materials wurde das Angebot der Roman-Boutique damals noch von Romanen dominiert, deren Verbreitungsgrad größer war als der der Comics. Es drängte sich also zwangsläufig auf, dem Geschäft einen Namen zu geben, der den Bezug zum Medium Roman herstellte, eine Entscheidung, die sich allerdings trotz der veränderten Medien-Situation heute nicht mehr ändern lässt.
Ihrem Kiez in Berlin-Schöneberg ist die Roman-Boutique trotz einiger Umzüge immer treu geblieben. In der Goltzstraße hatte nicht nur das Geschäft für mehrere Jahrzehnte ein Zuhause gefunden, sondern auch die Interessengemeinschaft Comic Strip e.V. (INCOS e.V.), deren Mitbegründer und Ehrenvorsitzender Peter Skodzik ist. Hier, und besonders in der Roman-Boutique, spielte sich seit 1970 schwerpunktmäßig das Vereinsleben der INCOS e.V. ab. Auch nach dem Umzug 1997, in die exponierte Lage am Nollendorfplatz 5, direkt neben dem legendären Metropol-Theater, hat sich daran nichts geändert.
Der Name Roman-Boutique ist Programm. In dem Geschäft kauft man nicht nur einfach die neuesten Comics oder etwas aus dem umfangreichen Merchandise-Angebot und geht dann wieder, vielmehr ergeben sich hier zu jeder Tageszeit Möglichkeiten, um mit Gleichgesinnten einen Gedankenaustausch über das gemeinsame Hobby zu führen. Der Satz: "Ich bin nachher im Laden", verbreitet unter den Berliner Fans keinesfalls Ratlosigkeit oder gar die Notwendigkeit nachzufragen, welcher Laden denn gemeint sein könnte, vielmehr ist klar, dass es sich hier nur um die Roman-Boutique handeln kann. Seit Jahrzehnten treffen sich in der Roman-Boutique Fans der unterschiedlichsten Medien und Genres. Ob Comic- oder Figuren-Sammler, SF- oder Film-Fans – hier sind Freunde aller Facetten der Unterhaltungsindustrie vertreten. Auswärtigen Fans dient das Traditions-Geschäft nicht selten als erster Anlaufpunkt, der schon mal angesteuert wird, bevor man sich um die Unterkunft gekümmert hat – man könnte ja etwas verpassen!
Der 200 qm große Verkaufsraum ist allein auf Grund seiner Ausstattung sehenswert und versetzt regelmäßig selbst die kritischsten Sammler und Fans in Staunen. Sollten sich allerdings die ganz großen unter den Comic-Zeichnern zu einer Signierstunde angesagt haben, dann gibt es in der Roman-Boutique kein Halten mehr. Immerhin haben hier schon Stars wie Burne Hogarth, George Pérez, Hermann, Don Lawrence, Tibet, Denis Sire, Brion James, Michael Moorcock, Ralf Paul, Dirk Schulz, Hansrudi Wäscher, Giovanna Casotto, Nao Yazawa u.a ihre Arbeiten signiert und sich mit Zeichnungen in den Sketchbooks ihrer Fans verewigt. |